Die meisten der aktuellen und zukünftig geplanten Baustellen und -projekte Gladbecks befinden sich im Norden der Stadt! Grund genug für die CDU-Ortsverbände Zweckel und Schultendorf, im Schulterschluss den städtischen Baurat Dr. Volker Kreuzer einzuladen, um in kleiner, interner Runde über alle brennenden Themen zu sprechen und um über das weitere Vorgehen informiert zu werden. Nachdem dieser Termin im Sommer aufgrund einer Corona-Erkrankung verschoben werden musste, war es nun am Donnerstag, 27. Oktober 2022 endlich soweit. Gut vorbereitet empfingen die Christdemokraten dann auch den städtischen Baurat mit zahlreichen Fragen.

So die sicherlich brennendste Frage aktuell in Zweckel, warum die Beethovenstraße, die aufgrund der Brückenerneuerung bereits in 2019/2020 rund zwei Jahre gesperrt war, seit Juni d. J. wieder einseitig gesperrt ist, um die Bürgersteige zu erneuern. Hätte man das nicht zeitgleich machen können, so die berechtigte Frage des Ortsverbandes? „Tatsächlich nein“, so Dr. Kreuzer. „Die Bürgersteige wollten wir eigentlich gar nicht erneuern, da uns das Geld dafür fehlte. Allerdings gab es dann Fördergelder, so dass wir kurzfristig entschieden haben, die alten Bürgersteige nun doch in Angriff zu nehmen.“ So einfach ist die Erklärung! Freuen können sich die Anwohner. Leidtragende sind jedoch die Gewerbetreibenden. Allerdings sei, so der Baurat, ein Ende der Arbeiten in Sicht. Gleichzeitig wurde die Frage nach den Bauarbeiten der Bahn am Bahnhof Zweckel gestellt — hier fehlen ja noch die neuen Bahnsteige samt Wartehäuschen sowie der P&R-Parkplatz an der Haydnstraße. Die Fortführung der Bauarbeiten seien, nach jetzigem Stand, seitens der Bahn ab 2023 geplant.

Viele weitere Themen schlossen sich in dem gut 2,5-stündigen Gespräch an: 

Brücken in Zweckel: 

Allein sechs von acht noch zu erneuernden Gladbecker Brücken befinden sich in den nördlichen Stadtteilen Mitte-Ost, Zweckel, Schultendorf. 2023 wird zunächst die Brücke an der Schultenstraße in Angriff genommen: eine erhebliche Sanierung mit einem Kostenaufwand von 1,3 Mio. Euro soll die Brücke fit für die kommenden Jahrzehnte machen. Danach soll, so die aktuelle Planung, 2025 die Brücke an der Bülser Straße erneuert werden. Und auch die Brücken an der Winkelstraße, am Scheideweg, an der Tunnelstraße und der Voßstraße sollen nach Möglichkeit folgen. Genaue Planungen könnten hier aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorgelegt werden.

Baugebiete:

Steigende Materialkosten, gebrochene Lieferketten und steigende Zinsen bedingt nicht zuletzt durch den Ukrainekrieg führen aktuell in vielen Baugebieten zu Verzögerungen. Alle bisher begonnenen Baugebiete in Zweckel — Feldhauser Straße (alte Willy-Brandt-Schule), Bohnekampstraße (alte Schlägel-und-Eisen-Siedlung) sowie In der Lune laufen jedoch weitestgehend planmässig. Das Baugebiet an der Schulstraße (Gebiet Luggenhölscher) ist bereits verkauft und auch Planungen für die hochwertigere Bebauung mit Einfamilienhäusern liegen bereits vor. 

Prekäre Situation an der oberen Winkel- und Voßstraße:

Durch den Zuzug von Rumänen und Bulgaren in den ehemaligen Mehrfamilienhäusern der GWG, die an Investoren verkauft worden sind, ist seit einiger Zeit an der Voßstraße zwischen Einbiegung Spiekerstraße und Netto eine zunehmend prekäre Situation entstanden, die an die Kampstraße und die Steinstraße erinnert: eine hohe Fluktuationen Ein- und Auszügen, zunehmender Verkehr, erhebliche Lautstärke und zunehmende Vermüllung. Die Mitglieder des CDU-Ortsverbandes Zweckel baten den Baurat dahingehend dringend um Vorbeugung seitens der Stadt, damit nicht noch mehr „Schrottimmobilien“ und „No-Go-Areas“ in Gladbeck entstehen.

Hafenbahngelände/Talstraße:

Viel Ärger, so der Vorsitzende des OV Schultendorf, Christopher Kropf, bereite den Anwohnern rund um die Talstraße das hohe Verkehrsaufkommen auf den zumeist sehr engen Straßen. „Eine Fahrradstraße nach dem Vorbild der Beethovenstraße“, so Kropf, wünschen sich die Anwohner. Mehrfach wöchentlich würde er hinsichtlich dieses drängenden Problems, da sich in dem Bereich auch eine Grundschule und ein Kindergarten befinden, angesprochen und um politische Hilfe gebeten. Das Problem sei bekannt, so Dr. Kreuzer. 

Die Stadt sei im Gespräch mit dem neuen Besitzer des Geländes. Man sei als Kommune sogar bereit, das Gelände abzukaufen, um es neu und anders zu entwickeln. „Wir sind da dran“, so der Hoffnungsschimmer, den der Baurat CDU-Mann Kropf mit auf den Weg geben konnte.

Abseits dieser „großen“ Themen wurde noch Folgendes seitens der Christdemokraten angerissen:

  • Die CDU regt ein Tempo 30 auch auf der Dorstener Straße von der Kreuzung Tunnelstraße bis in den Kreisverkehr an der Herz-Jesu-Kirche aufgrund vieler Örtlichkeiten (Sportplatz, Spielplatz, AWO, Gewerbe und Ärzte, Bushaltestellen) an.
  • Abriss des Toilettenhäuschens auf dem Zweckeler Marktplatz, das ein verdreckter Schandfleck ist; der Zustand des Marktplatz müsse städtischerseits insgesamt in den Blick genommen werden.
  • Frage nach der Zukunft des SV-Zweckel. Hier seien, so Baurat Dr. Kreuzer, die Bauplanungen im Zusammenhang mit dem Umzug des SV Zweckel an die Baulandstraße im Gange. Gleichzeitig sei man sich als Stadt definitiv darüber bewusst, dass man bei einer zukünftigen Überplanung des Gebietes an der Dorstener Straße die Bevölkerung mit ins Boot nehmen müsse und wolle.
  • In den letzten Wochen kann es vereinzelt zu Stromausfällen. Befürchtungen und Fragen nach dem Zustand des städtischen Stromnetzes mit Blick auf den kommenden Winter konnte Dr. Kreuzer versichern, dass man dieses Problem „auf dem Schirm“ habe, er dieses Thema aber nochmals „mitnehme“. Die Stadt sei im regelmässigem Austausch mit der EVNG und trage Vorsorge, dass das an manchen Stellen veraltete Stromnetz den Anforderungen des kommenden Winters standhält. 

Übrigens: Die Baustellenampel an der Tunnelstraße ist ein reines Provisorium. Nach einem Unfallvorkommen sei die Ampelanlage nicht mehr zu reparieren gewesen, da es schlichtweg keine Ersatzteile mehr für die Anlage gab! Im kommenden Jahr wird daher eine komplett neue Ampelanlage an der Kreuzung entstehen.

Wir danken Dr. Kreuzer, dass er sich so viel Zeit genommen hat, um alle für die Ortsteile wichtigen Themen mit uns durchzusprechen!